Wenn aus Interesse Diskussion wird
- 19.03.2026 | KDFB Bezirk Parsberg | „Einführung in die KI“
Im Rahmen der Bezirksversammlung des KDFB Bezirks Parsberg in Laaber durfte ich auf Einladung der Bezirksvorsitzenden Michaela Meyer den Vortrag „Einführung in die Künstliche Intelligenz“ halten. 31 Teilnehmerinnen aus verschiedenen Zweigvereinen kamen zusammen – mit unterschiedlichem Vorwissen, aber spürbar großer Neugier.
Viele nutzen KI – ohne es zu wissen
Der Einstieg zeigte schnell ein bekanntes Bild: Auf die Frage, wer bereits KI-Tools wie ChatGPT oder Copilot nutzt, meldeten sich nur wenige. Im weiteren Verlauf wurde jedoch deutlich, dass Künstliche Intelligenz längst Teil des Alltags ist – etwa bei Navigation, Fotofunktionen im Smartphone oder Übersetzungen. Die Erkenntnis, dass KI bereits breit in der Gesellschaft verankert ist, ohne bewusst wahrgenommen zu werden, war für viele ein interessanter und teilweise überraschender Einstieg in das Thema.
Fragen von Anfang an – nicht erst am Ende
Bereits während des Vortrags wurden Fragen gestellt, aufgegriffen und gemeinsam eingeordnet. Der Abend entwickelte sich so Schritt für Schritt von einer Einführung zu einem offenen Austausch. Es ging nicht nur darum zu verstehen, was KI ist, sondern auch darum, was sie bedeutet – für den eigenen Alltag, für Entscheidungen und für den Umgang mit Informationen.
KI erklären, ohne zu vereinfachen
Im Mittelpunkt stand die Einordnung: Was ist Künstliche Intelligenz, wie funktioniert sie und wo liegen ihre Grenzen? Dabei wurde bewusst zwischen klassischen Algorithmen und moderner KI unterschieden. Während Algorithmen festen Regeln folgen, arbeitet KI mit Wahrscheinlichkeiten – sie berechnet, sie weiß nicht. Dabei wurde anhand von Beispielen aus dem Alltag auch deutlich, wie stark Ergebnisse von Umfang, Vielfalt und Qualität der Daten abhängen.
Ein zentraler Gedanke zog sich durch den gesamten Abend:
KI ist leistungsfähig, aber nicht wahrheitsfähig, nicht moralisch und nicht verantwortlich. Wie sie wirkt, hängt von unseren Entscheidungen, Regeln und dem Umgang mit ihr ab.
Verständnis durch gemeinsames Erleben
Zwei kleine Spiele haben das Thema greifbar gemacht. Beim Vergleich verschiedener Übersetzungen von KI-Tools und Menschen eines altgriechischen Hexameters wurde schnell deutlich, wie überzeugend – und gleichzeitig fehleranfällig – Ergebnisse sein können. Dabei wurde deutlich: KI kann Aufgaben, für die nur wenige geeignete Daten vorhanden sind – wie die Übersetzung eines altgriechischen Textes – nur eingeschränkt lösen.
In einer zweiten Runde bildeten die Teilnehmerinnen ein menschliches „neuronales“ Netzwerk und mussten eine Anleitung zum Kaffeekochen mit einer French Press in genau 30 Worten entwickeln. Eine Plüschfigur – die plüschige KI – wurde in die Runde geworfen. Jede Fängerin ergänzte den Text um zwei Worte, schrieb sie auf und las sie vor. Schon nach wenigen Stationen wurde es lebendig im Raum: Es wurde gelacht, überlegt, verworfen, diskutiert. Manche suchten nach Worten, andere halfen nach, wieder andere kommentierten lautstark. Mit jeder Station wurde deutlicher, wie aus einzelnen Bausteinen etwas scheinbar Sinnvolles entsteht – und wie schnell es auch kippen kann. Das Ergebnis wurde dann mit von KI generierten Texten verglichen.
Interesse endet nicht mit dem Vortrag
Nach rund zwei Stunden Vortrag war das Thema für viele noch nicht abgeschlossen. Die Fragen wurden konkreter, persönlicher, näher am eigenen Alltag – und blieben nicht mehr theoretisch. Die anschließende Diskussion dauerte eine weitere Stunde und zeigte deutlich, dass es weniger um technische Details ging, sondern um Einordnung und Orientierung.
Auch das schriftliche Feedback bestätigt dieses Bild: 18 der 31 Teilnehmerinnen nahmen sich die Zeit, den ausgeteilten Feedbackzettel auszufüllen. Die große Mehrheit bewertete den Vortrag als verständlich, informativ, kurzweilig und unterhaltsam. Gleichzeitig zeigte sich, dass einzelne Begriffe und Zusammenhänge an die Grenze der Aufnahmefähigkeit gingen – eine typische Herausforderung bei sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen.
Orientierung statt Anwendung
Die Veranstaltung war bewusst als Einführung angelegt. Ziel war es nicht, konkrete Anwendungen zu vermitteln, sondern ein grundlegendes Verständnis für Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen von KI zu schaffen. Der Wunsch nach weiterführenden, praxisorientierten Angeboten wurde mehrfach geäußert und zeigt das gewachsene Interesse am Thema.
Der Abend in Laaber hat deutlich gemacht: Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Alltags. Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an verständlicher Einordnung – nicht nur, um Technik zu verstehen, sondern um sie einordnen und verantwortungsvoll nutzen zu können.
Feedback der Teilnehmerinnen
„Sehr verständlich und anschaulich erklärt.“
„Informativ und unterhaltsam.“
„Kurzweilig und interessant.“
„Hat zum Nachdenken angeregt.“
„Viele neue Denkanstöße.“